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Strategie offene Kinder- und Jugendarbeit

Vision für Kinder und Jugendliche Kanton Bern

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind gesund und fühlen sich wohl, beteiligen sich partnerschaftlich an den Prozessen der Gesellschaft, sind als eigenverantwortliche handelnde Persönlichkeiten gleichberechtigt in die Gesellschaft integriert.

Kinder- und Jugendpolitik

Bei der Kinder- und Jugendpolitik sind die Gemeinden die zentralen Akteure. Insbesondere die ganz jungen Menschen sind in erster Linie auf den kommunalen Lebensraum ausgerichtet. Hier findet bis ins mittlere Jugendalter das Aufwachsen statt, hier werden alle wesentlichen Kompetenzen und Ressourcen erworben, Verhaltensweisen trainiert und Selbstwirksamkeit erfahren, um später erfolgreich an der Gesellschaft teilhaben zu können.

Die Kinder- und Jugendpolitik in den Gemeinden muss deshalb darauf abzielen, den jüngeren Generationen optimale Aufwachsbedingungen bieten zu können. Im Zentrum steht dabei die Stärkung der Familie. Weitere zentrale Sozialisationsorte sind die Schule und der Sozialraum (Raum mit gesellschaftlichen Beziehungen): Während sich Kleinkinder vor allem in der Familie bewegen, gewinnen ausserfamiliäre und ausserschulische Beziehungen mit Gleichaltrigen ab Kindesalter laufend an Bedeutung. So erweitert sich der Aktionsradius schrittweise auf die Nachbarschaft, das Quartier, den öffentlichen Raum kommunal und später auch regional.

Was bringt offene Kinder- und Jugendarbeit?

Offene Kinder- und Jugendarbeit fokussiert den nebst Familie und Schule zentralen dritten Sozialisationsort: Den Sozialraum. Sie findet vorwiegend in ausserschulischem und ausserberuflichem Rahmen statt. Damit wirkt die offene Kinder- und Jugendarbeit als zentrales und in vielen Gemeinden auch einziges Bindeglied im Sozialraum: Bereits bei kleinen Kindern im Quartier, auf Spielplätzen, bei Kinderangeboten usw. Im Jugendalter mit qualitativen Freizeitangeboten, einem Füllhorn an Jugendprojekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten aber immer mit der Zielsetzung, die Kinder und Jugendlichen derart zu stärken, dass sie ohne einschneidende Probleme den Weg in die Gesellschaft finden.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit begleitet und fördert Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Selbständigkeit. Dabei setzt sie sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche im Gemeinwesen integriert sind, sich wohl fühlen und an den Prozessen der Gesellschaft beteiligt werden. Kinder und Jugendliche an den Prozessen der Gesellschaft beteiligen heisst: Ressourcen vor Defizite stellen, Selbstwert aufbauen, Selbstwirksamkeit zulassen, Identifikation mit der Gesellschaft schaffen, integrieren und Gesundheitsförderung betreiben. Dabei nutzt sie geeignete animatorische und partizipative Methoden.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit versteht sich als Mittlerin zwischen Kindern, Jugendlichen, Eltern und den übrigen Anspruchsgruppen. Als kommunale Anlaufstelle für Kinder- und Jugendfragen gehören Koordination, Beratung, Vermittlung und Information zu ihrem Grundauftrag. Offene Kinder- und Jugendarbeit wirkt grundsätzlich im Sinne der Salutogenese: Kinder und Jugendliche werden dahingehend gestärkt, dass sie ihre Entwicklungsaufgaben selbst lösen können. Durch Minimierung von Risikofaktoren und Stärkung von Schutzfaktoren soll die persönliche Lebensbewältigung sichergestellt werden.

Mit diesem vorausschauenden Handeln auf den Ebenen Person und System ist die offene Kinder- und Jugendarbeit in jeder Gemeinde unverzichtbar. Die Entwicklung in den Gemeinden des Kantons Bern zeigt, dass sich diese Erkenntnis im letzten Jahrzehnt vielerorts durchgesetzt hat. Heute werden doppelt so viele Jugendliche erreicht wie noch vor zehn Jahren. Offene Kinder- und Jugendarbeit kann mit einem gesamtheitlichen Konzept auch sehr wirtschaftlich sein. Da sie sehr früh ansetzt und möglichen problematischen Entwicklungen bereits im Ansatz vorbeugt, können hohe volkswirtschaftliche Folgekosten verhindert werden.

Strategie des Verbands voja für die offene Kinder- und Jugendarbeit im Kanton Bern

Integration

Soziale Integration

Offene Kinder- und Jugendarbeit fördert die soziale Integration von Kindern und Jugendlichen, indem sie mit spezifischen Angeboten auf verschiedene Formen von Benachteiligung reagiert. Sie fördert das soziale Lernen, schafft Möglichkeiten, Erfolge zu erleben und zu feiern und stärkt Kinder und Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist aber auch Mitinitiantin und Vermittlerin von unterstützenden sozialen Netzwerken, schafft Zugänge und baut Brücken.

Berufliche Integration

Offene Jugendarbeit engagiert sich subsidiär oder ergänzend zu weiteren Anbietern im Bereich der beruflichen Integration, schliesst Lücken und übernimmt eine Brückenfunktion. Sie legt dabei den Schwerpunkt auf die Unterstützungsleistungen für Jugendliche und deren Eltern. Sie öffnet Türen zu Informationen und bietet niederschwellige Beratung und Orientierungshilfe. Offene Jugendarbeit motiviert und stärkt Jugendliche in ihrem Selbstwertgefühl.

Früherkennung

Früherkennung als Ansatz zur sozialen Integration stellt ein wesentlicher Bestandteil dar in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Offene Kinder- und Jugendarbeit erkennt frühzeitig problematische Lebenssituationen. Dabei nimmt sie risikobehaftete Beziehungen oder Verhaltensweisen wahr und stösst durch Vermittlung an Triage-Partner einen Veränderungsprozess an (Intervention auf individueller Ebene). Sie nimmt aber auch Einfluss auf struktureller Ebene z.B. auf integrationsfördernde Rahmenbedingungen. Die offene Kinder- und Jugendarbeit vertritt bei all ihrem Handeln dezidiert die Interessen der Kinder und Jugendlichen.

 

Sozialisation

Sozialraumorientierung

Die offene Kinder- und Jugendarbeit verfolgt mit ihrer sozialräumlichen Arbeit das Ziel, möglichst gute Lebens- und Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu erwirken. Sie bezieht das soziale Umfeld und die Räume, in denen sich Kinder und Jugendliche bewegen, in ihre Arbeit mit ein. Damit ermöglicht sie ihnen Aneignungsprozesse und positioniert sich als wichtige Schaltstelle im Sozialraum von Kindern und Jugendlichen.

Bildung und Erziehung

Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet durch Befähigung von Kindern, Jugendlichen und deren Bezugssystemen einen wichtigen Beitrag im Bereich von Bildung und Erziehung. Über Beziehungsarbeit und Auseinandersetzung werden Werte und Kompetenzen vermittelt, welche an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ansetzen.

Geschlechtsreflektierte Kinder- und Jugendarbeit

Offene Kinder- und Jugendarbeit reflektiert die geschlechtsspezifische Sozialisation unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen und fördert die Erweiterung des Handlungs- und Entwicklungspotentials von Mädchen und Jungen.

 

Partizipation

Ebene Kinder und Jugendliche

Die offene Kinder- und Jugendarbeit sorgt für eine Mitwirkungskultur, die ermöglicht, dass Kinder und Jugendliche bei allen sie betreffenden Themen selbstverständlich, stufengerecht und echt mit einbezogen werden.

Ebene Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die offene Kinder- und Jugendarbeit pflegt eine verbindliche Zusammenarbeit auf kommunaler und kantonaler Ebene mit allen Gremien, welche sich in irgendeiner Weise mit Kinder- und Jugendthemen befassen.

 

Gesundheitsförderung

Personenbezogene Gesundheitsförderung

Die offene Kinder- und Jugendarbeit fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit bei Kinder und Jugendlichen. Sie zielt auf die Selbstbestimmung, um damit die persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken. Darauf aufbauend werden Verhaltensweisen und soziale Fertigkeiten durch Projekte vermittelt.

Bedingungsbezogene Gesundheitsförderung

Die offene Kinder- und Jugendarbeit schafft und erhält gesundheitsfördernde Lebensbedingungen. Dabei setzt sie ein besonderes Gewicht auf die gemeinschaftliche http://cm9.axentic.com/__fck/editor/images/spacer.gifGestaltung der Lebenswelt im Umfeld des Lernens, der Arbeit und der Freizeit.

 

Jugendkultur

Erfahrungsräume zur Entwicklung gesellschaftspolitischer Normen und Werte

Offene Kinder- und Jugendarbeit anerkennt die Wichtigkeit der Erfahrungsräume die Jugendlichen durch Jugendkultur eröffnet werden. Die offene Kinder- und Jugendarbeit ermöglicht Jugendlichen durch eigene kulturelle Aktivitäten, an bestehenden, gesellschaftlichen, politischen aber auch ästhetische Normen und Werten zu rütteln und bietet Plattformen, Lernfelder und Vernetzungsmöglichkeiten um eigene Stile und Weltanschauungen zu entwickeln und zu vermitteln.

Experimentierfelder zur Stärkung der Selbstkompetenz

Offene Kinder und Jugendarbeit fördert jugendkulturelle Aktivitäten und Angebote weil sie einmalige Experimentierfelder zur Selbstfindung-, Selbstdarstellung- und Selbstdeutung bietet. Diese aktive Auseinandersetzung fördert Selbstvertrauen, Flexibilität, Erfindungsgabe, Ausdauer, Beharrlichkeit und die Fähigkeit ungewöhnliche Lösungen zu suchen und Probleme von verschiedenen Seiten angehen zu können.

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